Nun lebt unsere Kianga seit 17 Monaten (ich schreibe dies Ende Oktober 2005) bei uns, und sie ist einfach nicht mehr wegzudenken. Doch haben meine Frau und ich festgestellt, das nicht alles so ist, wie "man" ueber den Rhodesian Ridgeback sagt. Vorweg sei gesagt, das wir immer noch der Meinung sind, das es ein tolles Tier ist und wir wuerden uns sofort wieder genau so entscheiden.

Ich werde in rot immer unsere Erfahrung  (auch von anderen Ridgeback-Besitzern) dazuschreiben.


So sagt man ueber den Rhodesian Ridgeback: 

Die Ridgebacks sind herausragend intelligent und haben daher keinen blinden Gehorsam. Sie sind jedoch treue, unbestechliche Waechter und sehr gelehrig. Fremden gegenueber ist ein RR eindeutig zurueckhaltend, jedoch ohne Anzeichen von Scheu oder Aggressivitaet. Als Welpen sind Rhodesian Ridgebacks fuer jeden Spass zu haben, ueberschwaenglich, wissbegierig und irgendwie stuermisch. 

Dem koennen wir aus Erfahrung bis jetzt nur zustimmen, jedoch wird die "eindeutige Zuruekhaltung" wohl erst kommen, wenn er im "Erwachsenenalter (ca. 2 Jahre) ist, denn bis jetzt koennen wir keine echte Zureckhaltung erkennen, ganz im Gegenteil. Und eine Erfahrung aus der Hundeschule mag folgende Aussage unterstuetzen:

Die Ridgebacks sind herausragend intelligent und haben daher keinen blinden Gehorsam.

Als unsere Kiange noch klein war - in der Welpenschule - da hatten wir eine Uebung, wo Kianga ueber eine Bruecke gehen sollte. Sie hatte damit Probleme und wollte nicht rueber. Wir mussten sie mit List hinueberlocken. Sofort sagten die anderen Hundebesitzer: Ist das aber eine kleine feige Kianga!

Doch unser Tiertrainer sagte dazu, das es keine Feigheit sei. Ridgebacks sind bei dem, was sie nicht kennen, vorsichtig unsd ueberpruefen erst alles sorgfaeltig. Er meinte, das sei eine sehr gute Eigenschaft. Andere Hunde gehen ohne einen Gedanken zu verschwenden einfach rueber, auch auf die Gefahr hin, das ihnen etwas geschieht. Als unsere Kianga die Bruecke dann kannte, ging sie auch ohne Probleme und absolut sicher hinueber. Dieses Verhalten haben wir noch oft so erlebt.

Der Ridgeback sucht bestimmt keinen Aerger mit anderen Hunden. Dennoch: wird er von einem anderen Hund angegriffen oder gereizt, behauptet er seine Stellung und kaempft wenn es sich gar nicht vermeiden laesst. Die meiste Zeit jedoch ist er auf der Suche nach einem Hundekumpel, mit dem er spielen kann. Daher sieht er andere Hunde normalerweise nicht als Bedrohung an. 

So ganz koennen wir dem nicht zustimmen. Ist unsere Kianga nicht an der Leine, sucht sie niemals Streit. Sie sucht wirklich nur einen Kumpel zum spielen und toben. Und da ist es ihr egal, ob ein ein Pudel, ein Spitz oder ein Dobermann ist ;-)

Ist sie jedoch an der Leine und geht an anderen Hunden vorbei, zickt sie doch oft rum, eine dumme Eigenart, die wir aber noch hoffen, in den Griff zu bekommen.

Die Ridgebacks sind "natuerliche Wachhunde". Dabei  sind Ridgebacks bei Ihrer "Arbeit" von hoher Diskretion. Sie sind keine wuetenden Klaeffer und trachten nicht danach, jemanden anzugreifen.
Fuer gewoehnlich geben sie einige wenige Beller von sich, um Ihre Aufmerksamkeit zu erlangen und Bescheid zu geben, dass irgendwer auf dem Grundstueck ist. Niemals bellt ein Rhodesian Ridgeback grundlos. Wenn Ridgebacks daher bellen, haben sie einen guten Grund dafuer und hoeren fuer gewoehnlich damit auf, wenn man es ihnen sagt, es sei denn, sie sind sich sicher, dass Sie nicht begriffen haben, was sie versuchen Ihnen zu sagen. Es ist immer angeraten der Ursache des Gebells eines Ridgebacks auf den Grund zu gehen. Bis Sie Ihnen signalisieren, dass alles in Ordnung ist, werden sie fortfahren sich wachsam und vorsichtig in der Naehe von Fremden zu verhalten.
Dem ist nun ueberhaupt nichts hinzuzufuegen, denn genau dieses Verhalten beobachten wir immer wieder.

Aufgrund seines kurzen Fells und des ihm eigenen kaum spuerbaren Haarverlusts bleibt der Ridgeback sauber und frei von Geruch. Einmal in der Woche striegeln, ab und zu Baden, regelmaessige Ohrreinigung und Nagelkuerzen ist alles was man tun muss, um ihn als gepflegten, angenehmen Hausgenossen zu halten. Ridgebacks sind sogenannte "Menschenhunde". 
Sie lieben es, ueberall dort zu sein, wo Sie sind und wenn Sie es erlauben,  krabbeln sie in Ihr Bett, auf Ihr Sofa oder Ihren Lieblingssessel und sogar Ihren Schoss! Sie muessen selbst entscheiden, was fuer Sie annehmbares Benehmen ist und den Hund dementsprechend von Anfang an erziehen. 

Oh ja, sie sind Menschenhunde. Unsere Kianga ist absolut ein zu gross geratener Schosshund. Und bevor ich weiter erzaehle muss ich dem Satz: Sie muessen selbst entscheiden, was fuer Sie annehmbares Benehmen ist und den Hund dementsprechend von Anfang an erziehen" zustimmen, denn das, was wir beschreiben, wollten wir so haben. Unsere Kianga liebt es meist, in unserer Nahe zu sein. Nur selten zieht sie sich mal fuer sich alleine zurueck. Meist kommt sie mir nach, wenn ich vom Wohnzimmer eine Etage hoeher in mein Buero gehe. Und sie kommt auch nach, wenn ich wieder zurueck gehe. Wenn wir schlafen gehen, kommt sie mit ins Schlaffzimmer. Dort schlaeft sie von Anfang an. Ab und zu versucht sie sich aufs Bett zu "mogeln (erst mal eine Pfote, dann die zweite, dann der Po und schwupp, schon ist sie drauf). Doch da haben wir fuer uns die Grenze gezogen. Wir lieben es, wenn wir sie in unserer Naehe wissen, aber das Bett gehoert uns. Und sie geht auch sofort ohne Wiederspruch runter, wenn sie sich mal hochgemogelt hat. Und eigentlich wollten wir sie nie aufs Sofa lassen. Aber das haben wir nicht lange durchgehalten. Denn mal ehrlich, es ist toll, wenn sie auf dem Sofa neben uns sitzt, uns mit ihren grossen Augen anschaut, ihren Kopf in unseren Schoss legt und wir dann so gemuetlich da sitzen. Wir lieben das einfach. Doch - und auch das ist Kianga, sie geht auch sofort runter, wenn wir ihr das sagen. Sie versucht da nicht, ihren Kopf durchzusetzen. Und so lange, wie das so klappt, ist es fuer meine Frau und mich genau so richtg. Andere moegen anders darueber denken.

RR's sind recht einfach zu erziehen, wenn der Halter sorgfaeltig vorgeht und waehrend der Ausbildungszeit konsequent eine bestimmte Linie verfolgt. 

Tja, das ist wohl das einzige, dem wir ganz und gar nicht zustimmen koennen. Aus vielen Gesprachen und Erfahrungsaustausch mit Hundetrainern und anderen Ridgeback-Besitzern und aus unserer eigenen Erfahrung heraus koennen wir sagen, das es bestimmt nicht einfach und problemlos ist, einen Ridgeback zu erziehen. Ein Ridgeback ist - so finden wir - ein gewaltiger Dickkopf, dem man wirklich seine Grenzen konsequent aufzeigen muss. Wir haben immer versucht, dies mit Strenge aber auch mit Liebe zu tun. Da wir denken, das unsere Kianga sich bei uns sehr wohl fuehlt, kann es nicht ganz verkehrt gewesen sein. Und natuerlich laesst sich ein Ridgeback gut erziehen. Aber um es mit den Worten von 2 Hundetrainern zu sagen, die wir bisher erlebt haben: Man kann die Erziehung eines Ridgeback nicht mit der Erziehung eines Golden Retrivers oder Labradors vergleichen. Es dauert eben laenger und man muss konsequenter sein. Und das sollte man bestimmt wissen, bevor man sich fuer einen Ridgeback entscheidet. Aber, er ist all die Muehe wert.

Das sind unsere Erfahrungen. Vielleicht haben andere andere Erfahrungen gemacht. Wir behaupten auch nicht, die besten Hundetherapeuten zu sein. Da gibt es bessere mit viel mehr Erfahrung als uns. Aber genau so haben wir unsere Kianga in den letzten 17 Monaten erlebt.